Das kalte Halbbad: ein «fröhliches Kneipp-Bad»

Das kalte Halbbad wirkt ausgleichend und kräftigend auf den Körper und die Psyche. Es vermag die Stimmung positiv zu beeinflussen. Diese Erfahrung, dass das kalte Halbbad froh macht, geht zurück bis in Kneipps Zeiten. Man bezeichnete es damals treffend als das «fröhliche Kneipp-Bad».

«Das Halbbad allein würde gegen dieses fürchterliche Übel, die Verweichlichung, schützen. Wie also dieses Bad die ganze Natur kräftigt, so schützt es dieselbe auch vor Verweichlichung. Noch mehr aber schützt das Halbbad vor vielen Krankheiten, wenn der Leib schlaff, träge und untätig werden will oder wenn er zu sehr verweichlicht ist.» Sebastian Kneipp

Technik
Das kalte Halbbad bedeckt den Unterkörper bis zur Nabelhöhe. Der Oberkörper bleibt bekleidet. Das kalte Halbbad vom Bett aus nehmen und sofort wieder in das warme Bett zurückgehen. Nur ein- bis zweimal pro Woche anwenden, sonst wird das Blut zu sehr in das kleine Becken geleitet.

Temperatur und Dauer
Am Vorabend brunnenfrisches Wasser etwa 30 cm tief, bis Nabelhöhe, in die Badewanne füllen. Mit dem rechten Fuss zuerst einsteigen. Eintauchen des ganzen Unterkörpers bis zur Nabelgegend. 6 Sekunden.

Danach
Wasser mit flacher Hand abstreifen, nicht abtrocknen. Pyjama anziehen und sofort zurück ins warme Bett.

Wirkung
Entspannend, ausgleichend im vegetativen Nervensystem, erfrischend, abhärtend, kräftigend, schlaffördernd, regelt Durchblutung der Beine und Unterleibsorgane.

Zu empfehlen bei
– vegetativer Übererregbarkeit
– Wechseljahrbeschwerden, Wallungen
– chronischer Darmschwäche, Verstopfung, Hämorrhoiden
– vom Bett aus genommen sehr gutes Schlafmittel
– Schwangerschaft zur Stärkung der Beckenmuskulatur
– sexuelle Dysfunktion

Nicht bei Nieren-Blasenkatarrh, Menstruation, Durchfall, Herzkranken mit organischen Herzfehlern.

Halbbad

Illustrationen Rolf Stickel

Aus dem Buch Praktische Kneippanwendungen von Resi Meier