Der kalte Halswickel

Der Halswickel nimmt bei Entzündungen die Hitze und reguliert die Zirkulation in der Schleimhaut von Hals, Kehlkopf und Nase. Er ist bei leichten Rachenkatarrhen angezeigt, weil er ableitend bei Stauungen im Kopfbereich und beruhigend und kräftigend auf den Kehlkopf wirkt. Bei schweren Halserkrankungen ist unbedingt auf den Rat des Arztes zu hören.

Technik
Diesen Wickel kann man sich auch gut selbst anlegen. Wie bei allen Wickeln verwenden wir ein nasses Leinentuch, ein trockenes Baumwolltuch und ein Wolltuch. Der Wickel ist handbreit und die Länge soll ausreichen, den Hals zweimal zu umwickeln. Nasses Leinentuch falten und auflegen. Es reicht vorne am Hals von Ohr zu Ohr. Baumwoll- und Wolltuch faltenlos und fest, aber nicht einengend um den Hals wickeln, so dass möglichst keine kalte Luft an das nasse Tuch gelangt.

Kalter_Halswickel

Illustrationen Rolf Stickel

Auflage
Die Lehm-, Zwiebel- oder Quarkauflage bedeckt vorne den Hals von Ohr zu Ohr.  

Bei einer akuten Halsentzündung: wird der Wickel nach etwa 10–15 Minuten abgenommen, wenn er nicht mehr als angenehm kühl empfunden wird. Er kann mehrmals wiederholt werden, evtl. als Serienwickel.

Bei einer chronischen Halsentzündung: wird der kalte Halswickel über mehrere Wochen als wärmestauender Wickel abends angelegt und bleibt über Nacht liegen.

Wirkung
Wärmeentziehend, entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, schleimhautberuhigend im Hals- und Rachenbereich.

Zu empfehlen bei
– akuter Hals- und Mandelentzündung
– akuter Kehlkopfentzündung
– Angina
– leichter Schilddrüsenüberfunktion

Der heiße Halswickel
Zu empfehlen bei
– Angina mit Eiteransammlung zur Ausreifung

Aus dem Buch Praktische Kneippanwendungen von Resi Meier