Der kalte Kneippsche Wickel

In der Kneipp-Hydrotherapie wird der kalte Wickel bevorzugt. Verschiedene Befindlichkeitsstörungen werden durch den kalten Wickel günstig beeinflusst, und er entfaltet eine heilungsfördernde Wirkung. Wesentliche Ziele der Wickelbehandlung sind Wärmeentwicklung und Umschaltung des vegetativen Nervensystems von der Leistungs- auf die Entspannungs- und Ruhephase. 

Wickelformen Wickelgrössen  
 
Leintuch Baumwolltuch Wolltuch
Halswickel 10/60 cm 14/60 cm 12/60 cm
Lendenwickel 40/200–220 cm 48/200–220 cm 44/200–220 cm
Brustwickel 40/200–220 cm 48/200–220 cm 44/200–220 cm
Kurzwickel (Schal) 80/200–220 cm 88/200–220 cm 84/200–220 cm
Wadenwickel 35/80 cm 43/80 cm 39/80 cm
Leinensocken Waden bedeckt Wollsocken
Kleinkinder
Brust-/Lendenwickel 20/130 cm 28/130 cm 24/130 cm
Grössere Kinder 30/160 cm 38/160 cm 34/160 cm

Beim Anlegen des feuchtkalten Wickels entsteht ein kurzer Kältereiz. Dabei zieht sich die Haut zusammen, und die Gefässe werden eng gestellt. Um den Wärmeentzug auszugleichen, produziert der Körper mehr Wärme. Es folgt eine aktive Gefässerweiterung und eine gesteigerte Durchblutung der Haut und der tiefer liegenden Organe. Ebenso wird der gesamte Stoffwechsel stark angeregt. Die Gewebstrophik (Ernährungsversorgung) wird durch die verstärkte Sauerstoffzufuhr verbessert, Stoffwechselschlacken werden vermehrt ausgeleitet.

«Kommt das Tuch kalt auf den Leib, so bringt es zuerst Frost, welcher aber bald vorübergeht. Dann entsteht in Bälde eine behagliche Wärme. Sobald nun das nasse Tuch warm wird, findet eine Ausleitung aus dem Körper statt.» Sebastian Kneipp

Aus dem Buch Praktische Kneippanwendungen von Resi Meier