Der Körper im Wandel der Jahre

Unser Körper verändert sich im Laufe der Jahre nicht nur äusserlich. Das Alter des Menschen beeinflusst massgeblich die Möglichkeit, Nährstoffe aufzunehmen und zu verarbeiten. Das Alter des Menschen beeinflusst somit Essen und Trinken ganz generell.A40566916_photo_jpg_l_clipdealer.de

Wer also mit siebzig noch genau gleich isst wie mit dreissig, wird seinem Körper nicht gerecht. Klar ist, dass im Alter der Energiebedarf abnimmt, unklar ist vielen, dass diese Veränderung schon ab dem 30. Lebensjahr beginnt. Bis zum 55. Lebensjahr sinkt er um 15 Prozent, in den nächsten zehn Jahren um weitere 8 Prozent und zwischen 65 und 75 noch einmal um ca. 8 Prozent, danach jedes Jahr um ca. ein Prozent. Das Alter des Menschen beeinflusst Essen und Trinken somit wesentlich.

Stillen, das Beste für das Baby

Für den Säugling ist nach wie vor die Muttermilch die einzige Nahrung, die alle lebensnotwendigen Stoffe enthält. Mehr denn je wird den jungen Müttern empfohlen, nach Möglichkeit ihr Kind in den ersten Lebenswochen und -monaten voll zu stillen. Die Vorteile für das Kind sind enorm und es hat so die mit Abstand gesündeste Nahrung. Es zeigt sich, dass das Stillen für die meisten Mütter sehr praktikabel ist. Gestillt wird dann, wenn das Kind sich meldet. Das Kind erlebt, wie seine Bedürfnisse befriedigt werden, und in der Regel finden Mutter und Kind bald einen für beide akzeptablen Rhythmus.

Kinder, Kinder

Kinder und Jugendliche benötigen während ihrer Entwicklung besonders viel Eiweiss und Mineralstoffe. In Wachstumsschüben und in der Pubertät kann der Eisweissbedarf auf über 80g/ täglich bei Mädchen und auf 110 g bei Jungen ansteigen. Mit dem Einsetzen der Periode ist bei den Mädchen auch auf den zunehmenden Eisenbedarf zu achten.

In der Regel kann der Nährstoffbedarf durch eine ausgeglichene, auf die Entwicklungsphase des jeweiligen Kindes abgestimmte Ernährung voll gedeckt werden. Nahrungszusätze wie Vitamine und Eiweissstoffe sollten nur in Erwägung gezogen werden, wenn Appetitlosigkeit oder Krankheit die normale Entwicklung beeinträchtigen, und dies in Absprache mit dem Hausarzt. Viele synthetisch hergestellte Vitamine aus dem Supermarkt können zudem vom Körper kaum bis gar nicht aufgenommen werden und werden wieder ausgeschieden.

Ökonomische Einflüsse

Nicht nur das Alter, auch ökonomische Faktoren beeinflussen das gesunde Essverhalten. Selbst in unserer Wohlstandsgesellschaft können sich viele Familien mit niedrigem Einkommen wenig bis keine biologisch angebauten frischen Lebensmittel und hochwertiges Fleisch leisten. Sie greifen deshalb rascher zu qualitativ minderwertigeren Produkten. Da kinderreiche Familien häufig zu den finanziell Benachteiligten zählen, werden auch bei uns viele Kinder nicht immer optimal ernährt. Ähnlich verhält es sich mit Menschen, die eine tiefe Rente beziehen. Auch sie sparen häufig am Essen, verbergen dies aber verschämt vor der Umwelt.

Altersgerecht ernähren

Obwohl der Nahrungsbedarf bei Senioren insgesamt abnimmt, bleibt der Bedarf an Proteinen, Vitaminen und Mineralien stabil oder wächst sogar. Das erschwert es älteren Menschen, sich angepasst zu ernähren. Übergewicht oder Untergewicht durch einseitige Fehlernährung sind häufig anzutreffen, verbunden mit den Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Arteriosklerose, erhöhte Cholesterin- und Triglyceridwerte, Diabetes und Gicht. Senioren sind bezüglich gesunde Ernährung aufs Höchste gefordert. Rund 50 bis 60% der Senioren sind untergewichtig oder mangelernährt. Aber nur ein gut versorgter Körper hat eine höhere Widerstandskraft gegen Krankheiten.

Die Ernährungsgewohnheiten des heute alten Menschen haben sich in einer Zeit entwickelt, in der noch körperlich schwer gearbeitet wurde. Reichlich und kalorienreich zu essen war notwendig und galt als Zeichen von Wohlstand. Viele Senioren müssen sich massiv umstellen und von alten Gewohnheiten trennen, wenn sie sich – nach heutiger Erkenntnis – gesund ernähren wollen.

Lotty Wohlwend

Viel trinken

Ganz wichtig: viel trinken, dem Körper und der Konzentration zuliebe. Ungesüsste Getränke, Tee und vor allem viel Wasser, auch dann, wenn sich der Durst nicht bemerkbar macht. 1 – 2 Liter Flüssigkeit pro Tag für Kinder, Jugendliche und Erwachsene – denn auch Kinder trinken erfahrungsgemäss viel zu wenig.

Bananen für zwischendurch

Bananen sind bei Senioren Bestandteil einer ausgewogenen, gesunden Ernährung und ideal für den kleinen Hunger zwischendurch. Bananen zeichnen sich durch ihren hohen Kaliumgehalt aus. Die komplexen Kohlenhydrate sichern eine gleichmässige Energiebereitstellung für den Körper.

Ein paar Tipps

Der Zucker muss im Alter entscheidend reduziert werden, vor allem wegen dem meist latent vorhandenen Diabetes mellitus. Weitgehend verzichtet werden sollte auch auf tierische Fette. Der Eiweissbedarf jedoch erhöht sich. Es wird im Gegensatz zu tierischen Fetten mehr hochwertiges tierisches Eiweiss benötigt, um einer negativen Stickstoffbilanz vorzubeugen.

Hinsichtlich der Mineralstoffe muss besonders auf den Salzverzehr geachtet werden. Einerseits soll er niedrig gehalten werden, wenn hoher Blutdruck besteht, andererseits muss für ausreichend Natrium (Salz) gesorgt werden, damit der Kreislauf nicht zusammenbricht und Kopfschmerzen u.a. verhindert werden.

Vitamine der B-Reihe, Vitamin A und C sollten unbedingt ausreichend aufgenommen werden. Hierzulande besteht zum Teil ein Vitaminmangel bei männlichen Senioren. Offensichtlich essen sie zu wenig Obst und Gemüse.