Kurkuma, das gesündeste Lebensmittel der Welt?

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© by Benjamin Klack pixelio.de

Als «Zauberknolle» oder «Gewürz des Lebens» wird die aus Indien stammende Gelbwurzel oft genannt. Verantwortlich für die Farbe Gelb ist der Stoff Curcumin. Mit diesem Stoff beschäftigen sich weltweit viele Wissenschaftler: Welche medizinischen Eigenschaften sind in Curcumin versteckt?

Curcumin findet sich unter der Bezeichnung E 100 als natürliches Färbemittel oder Aromaträger zum Beispiel in Margarine, Teigwaren, Reis-Fertiggerichten, Konfitüre, Wurstwaren, Senf etc. Wobei man wissen muss, dass Curcumin auch synthetisch herstellbar ist. Wissenschaftler weltweit untersuchen die Substanz im Labor. Immer wieder veröffentlichen sie erstaunliche Ergebnisse. Kurkuma soll vor der Alzheimer-Krankheit schützen, gegen Entzündungen helfen, Magen-Darm- Beschwerden lindern und sogar Krebs vorbeugen. Schon länger wissen Forscher, dass Kurkuma antientzündlich wirkt. Die schmerzlindernde Wirkung von Curcumin konnte mittlerweile u.a. bei Patienten mit Knie-Arthrose nachgewiesen werden.
Am bekanntesten ist die Gewürzpflanze jedoch für ihre verdauungsfördernden Effekte. Die Inhaltsstoffe regen die Leber dazu an, mehr Gallen- sekret auszuschütten; dieses bindet Nahrungsfette und macht das Fett verdaulich, dadurch werden Blähungen und Völlegefühl gelindert.

Heilpflanze seit 500 Jahren

Diese Erkenntnisse sind für uns hierzulande neu und innerhalb der Wissenschaft noch nicht ausreichend erforscht. Nicht so für die Völker Südostasiens! Sie schätzen Kurkuma, die übrigens zur Familie der Ingwergewächse gehört, seit Urzeiten. Alte Schriften belegen, dass die Pflanze schon vor fünftausend Jahren als Heilpflanze verwendet worden ist. Nach wie vor verbraucht Indien rund 80 Prozent der Kurkuma-Welternte und ist zugleich auch weltgrösstes Anbauland. Auch in der traditionellen indischen Heilkunst Ayurveda spielt Kurkuma eine wichtige Rolle, wird ihr eine reinigende und energiespendende Wirkung zugesprochen.

Und hierzulande?

Kurkuma ist in ihrer Gänze zwar noch lange nicht vollständig erforscht, aber mit ihren mehr als 10’000 chemischen Substanzen und über 600 potenten Heilstoffen gilt sie schon jetzt beinahe als Universalheilmittel. Wie sehr sich die Wissenschaft mit der gelben Knolle befasst, zeigen wissenschaftliche Publikationen. Allein aus den letzten 15 Jahren gibt es rund 5000 wissenschaftliche Publikationen aus aller Welt; ein deutlicher Hinweis, mit welcher Intensität zu diesem Thema geforscht wird.
Doch Vorsicht vor übermässigem Konsum. Wird das Curcumin aus dem Frucht eisch der Pflanze isoliert und in Kapsel- oder Drageeform, und damit in einer durchaus sehr viel höherer Konzentration eingenommen, ist eine sorgfältige Beratung in der Apotheke über Nebenwirkungen unerlässlich. Menschen, die Gallensteine haben, sollen auf die Gelbwurzel verzichten. Denn obwohl die in der Kurkuma-Pflanze enthaltenen Toxine dem Menschen als Gewürz keinen Schaden zufügen, tun sie dies unter Umständen in isolierter Form. Es treten Nebenwirkungen auf, wie Durchfall, Blutdruckschwankungen oder Eisenmangel. Synthetisch hergestelltes Curcumin in Tablettenform wiederum ist komplett wirkungslos.

Wie also Curcumin konsumieren?

Am besten so, wie es die Inder tun, als regelmässige Beigabe in Form von natürlichem Gewürz in den Speisen.

Kurkuma, das sagt die Forschung

  • Curcumin hemmt nachweislich die Synthese der entzündungsauslösenden Prostaglandine (Gewebshormone) und wird deshalb von der Weltgesundheitsorganisation WHO gegen Rheuma empfohlen.
  • Curcumin hemmt die Entwicklung von Osteoklasten, also von Zellen, die Knochensubstanz abbauen. Kurkuma kann bei der Behandlung von Osteoporose eingesetzt werden.
  • Kurkuma-Wirkstoffe können bei Frauen nach der Menopause Östrogen­ Defizite teilweise ersetzen.
  • Kurkuma ist ein natürliches Antioxidanz, kommt daher bei der Behandlung von (chronischen) Herzerkrankungen zum Einsatz.
  • Kurkuma stimuliert die Produktion von Magensaft und Galle und hat dadurch einen positiven Effekt auf Magen­Darm­Probleme.
  • Kurkuma hat eine Reihe Inhaltsstoffe mit fettreduzierenden Eigenschaften, regt den Zellstoffwechsel an, beschleunigt
    Verdauungsprozesse.
  • Kurkuma wirkt Kollagen-verjüngend und stimuliert den Neuaufbau des Bindegewebes.
  • Kurkuma gilt als die Immunwaffe: Curcumin bzw. die Curcuminoide der Kurkuma­Wurzel unterstützen den Körper bei der Bildung von T-Zellen (weißen Blutkörperchen), die bei der Krankheitsbekämpfung unerlässlich sind.
  • Curcumin beeinflusst sogenannte B-Zellen, die einzigen Immunzellen, die Antikörper bilden können.
  • Natürliche Curcuminoide, wie sie in der Natur vorkommen, sind ausgezeichnete Wirkstoffe zur Behandlung von neurodegenerativen (Autoimmun­) Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Alzheimer.
  • Curcumin kann mithelfen, dass sich Myelin-Schichten im Gehirn («weiße Hirnsubstanz») nicht vorzeitig abbauen und unser Hirn damit bis ins hohe Alter leistungsfähig bleibt.
  • Kurkuma gilt als krebshemmend. Curcuminoide, die entzündungshemmend, entgiftend, antioxidativ und immunstimulierend sind, alles Eigenschaften, welche helfen,
die kränkelnden Mitochondrien und damit die Zellen wieder auf Vordermann zu bringen. Es konnte auch festgestellt werden, dass Curcumin hilft, Tumorzellen zu verringern.