Wasser schlägt Energie Drinks

Gesunde Alternativen zum Energy Drink, ein Widerspruch in sich? Was tun, wenn die Müdigkeit überhand nimmt? Greifen Sie zu Wasser, auch wenn es nichts kostet.

Schneller, rascher! Heute müssen wir immer mehr in weniger Zeit bewältigen. Besonders gefordert ist der junge Mensch. Er muss im Alltag seinen Platz finden, sich gesellschaftlich wie beruflich bewähren.

Gefährlicher Durstlöscher

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© by Jonathan Keller pixelio.de

Um sich wach zu halten und die Aufmerksamkeit zu verbessern, greifen immer mehr und vor allem auch junge Menschen nach stimulieren- den Getränken. Energy Drinks werden in grossen Mengen konsumiert. Der Koffeinkonsum bei Kindern und Jugendlichen hat sich in den letzten Jahren um 70 Prozent gesteigert! Laut einer Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit greifen zwei Drittel aller Jugendlichen im Ausgang oder aber als Muntermacher für die Schule zu Energy Drinks. Und dies, obwohl bekannt ist, dass übermässiger Konsum gerade bei Kindern und Jugendlichen Bluthochdruck, Krämpfe, Veränderungen des Herzschlags bis hin zu Verzögerungen der Hirnentwicklung zur Folge haben kann. Energy Drinks stehen auch wegen des hohen Zuckergehalts in der Kritik. Mit zwei Dosen hat man die tolerierbare Zuckermenge pro Tag bereits überschritten. In der Folge nehmen Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen rasant zu. Besonders gefährlich wird es, wenn Energy Drinks im Alltag als Durstlö- scher eingenommen werden.

Energy Drink kontra Wasser

Wie weit Energy Drinks die geistige Leistungsfähigkeit wirklich zu steigern vermögen, untersuchten Mediziner um Erika Konrad Gasser an der Universität in Fribourg. Sie verglichen die Wirkung des koffeinhaltigen Getränks mit jener von Wasser («European Journal of Nutrition» online) und liessen 25 gesunde Menschen im Alter von 20 bis 31 Jahren entweder eine Dose Red Bull oder Wasser trinken. Sie kamen zum Schluss: Energy Drinks belasten das Herz, beeinträchtigen die Blutversorgung des Gehirns, ebenso ist das Stressempfinden deutlich erhöht! Vor allem aber zeigt sich klar: die Einnahme von Energy Drinks führt nicht zu einer Verbesserung der kognitiven Leistungen, belastet aber Herz und Kreislauf und führt zu einer körperlichen und mentalen Stresssituation.

Dehydration und Stress

Wasser mit Energy Drink gleichsetzen – ein Vergleich wie derjenige von Äpfeln mit Birnen? Kann Wasser ein Ersatz für Koffein sein? Es kann! Müdigkeit und Kopfschmerzen sind häufig die Folge einer nicht erkannten Dehydrierung. Der Körper bekommt nicht genug Flüssigkeit, um Sauerstoff zu transportieren. Wasser ist ein gutes Mittel, um dem vorzubeugen. Sehr viele Menschen trinken Tag für Tag viel zu wenig Wasser. Da Wasser im Körper nicht gespeichert werden kann, wie zum Beispiel Vitamine und Fett, bedeutet ein Mangel unmittelbaren Stress für den gesamten Organismus. In der Folge werden Stresshormone (Cortison und Endorphine) ausgeschüttet. Was als körpereigene kurzfristige Überbrückung gedacht ist, kann bei Dauerzustand Raubbau am Körper bedeuten. Der Zuckerspiegel ist erhöht, die Aminosäuren- und Kalziumreserven schwinden und begünstigen dadurch mit der Zeit Altersdiabetes, Stoffwechselkrankheiten und Osteoporose.

Zu wenig Flüssigkeit heisst aber auch, dass der Körper selber einen Ausgleich schaffen will, indem er mittels interner Hormonregulierung mit erhöhtem Druck kompensiert. Bluthochdruck, aber auch Kreislaufstörungen, wie zu niedriger Blutdruck, kalte Hände und Füsse, sind nur einige der Folgen von Wassermangel im Körper. Schmerzen beim Gehen stehen oft im Zusammenhang mit Wassermangel. Vor allem aber reagiert der Kopf mit Vergesslichkeit und Konzentrationsmangel.

Sich dann mit Energy Drinks aufzuputschen, ist, wie die Studie in Fribourg zeigt, für den Körper geradezu fatal. Es gibt Schulen, die sich mittlerweile ein Verbot von Energy Drinks überlegen, weil Schüler als direkte Folge des Konsums im Unterricht unkonzentriert und überdreht werden.

Tipp

Achten Sie vor allem auch bei Kindern und Jugendlichen darauf, dass sie genügend Wasser zu sich nehmen; Jugendliche, auf den Tag verteilt, bis zu 2 Liter – dem Körper und der Konzentration zuliebe!

Was ist Wasser?

Süsswasser kommt weltweit sehr selten vor: nur ca. 3% des Wassers auf unserem Planeten ist Süsswasser. Wasser ist das wichtigste Grund- nahrungsmittel und dient dem Körper zur Erfüllung lebenswichtiger Aufgaben. Der menschliche Körper besteht zu 50 bis 80 Prozent aus Wasser, unser Gehirn sogar zu über 90% – je jünger der Mensch, desto höher der Wasseranteil. Innerhalb von 24 Stunden durchströmen beispielsweise 1400 Liter Wasser das Gehirn. Bei der Niere sind es im selben Zeitraum sogar 2000 Liter.

Damit der Organismus nicht austrocknet und wir alle Schadstoffe ausscheiden können, muss ein Erwachsener täglich 2,5 Liter Flüssigkeit aufnehmen; mindestens 1,5 l über das Trinken, den Rest mit den Lebensmitteln. Dadurch wird er leistungsfähiger und kann sich besser konzentrieren. Im Laufe des Lebens nimmt der Anteil an Wasser im menschlichen Körper kontinuierlich ab. Dieser Wasserverlust bzw. die Entstehung von relativer Trockenmasse ist der entscheidende Faktor für das Altern.

Der Mensch verspürt Durst, wenn der Organismus mehr Flüssigkeit verliert als ihm zugeführt wird. Bereits ein leichter Wassermangel führt dazu, dass unter anderem die Muskelzellen vermindert mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Wir können hierzulande mit gutem Gewissen Leitungswasser trinken. Drehen Sie den Wasserhahn so lange auf, bis das Leitungswasser merklich kühler wird, dann schmeckt es nicht abgestanden, sondern frisch. Ausserdem verschwinden mögliche Rückstände von alten Leitungen im Abfluss.