Monats Tipps

5 Tipps aus den 5 Säulen von Sebastian Kneipp
Essen hält Leib und Seele zusammen

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Essen hält Leib und Seele zusammen

Gerade in der jetzigen Zeit verändern sich die Essgewohnheiten vieler Konsumenten radikal. Sorgfältig und bewusst legen wir die Produkte in den Warenkorb. Es soll saisonal, einheimisch, naturbelassen und ungezuckert sein. Nicht mehr nur der Magen, sondern auch der Kopf kauft ein. Wir besinnen uns wieder auf unsere Wurzeln.

1. Wasser

Ein Ritual für Wassermuffel

„Die Regelmässigkeit im Essen und Trinken befördert die Verdauung ungemein und ist deshalb sehr zu raten“, wusste schon Sebastian Kneipp. Was aber, wenn man die empfohlenen 2 bis 2 ½ Liter Wasser pro Tag nicht bewältigt? Wenn uns das Wasser fade dünkt und es Überwindung braucht? Dann hilft es, sich zu überlisten: „Zuerst…, dann…!“

  • Zuerst zwei, drei Schlucke Wasser, dann wird gegessen.
  • Zuerst zwei, drei Schlucke Wasser, dann trinken wir Kaffee.

Und plötzlich ist der Griff zur Wasserflasche nicht mehr gar so lästig und braucht auch keine Überwindung mehr. 

2. Lebensordnung

Slow food – Entschleunigen ist gesund

Wer sein Essen hinunterschlingt, isst mehr, als ihm gut tut. Der Körper braucht in der Regel 15 bis 20 Minuten, um zu signalisieren, dass er satt ist. Wer sich für das Essen keine Zeit nimmt, der zwingt seinen Organismus, sich anders bemerkbar zu machen, über schweres Völlegefühl, Übelkeit oder Sodbrennen zum Beispiel. Nimm dir Zeit, nimm kleine Bissen und kaue in Ruhe, der Körper wird es dir danken mit einem allgemeinen Wohlgefühl und dem richtigen Gewicht. Entschleunige dein Essverhalten und geniesse! Ganz wichtig: Iss nur im Sitzen!

3. Bewegung

Bewegung nach dem Essen: So geht’s auch

Essen macht müde und schlapp. Jetzt wäre ein gemütlicher Verdauungsspaziergang angesagt. Doch das Wetter passt nicht, die Lust ist nicht vorhanden und die Zeit reicht auch nicht. Man sollte doch und müsste noch….

Bauen Sie dieses „Man sollte“ in ihr Bewegungsprogramm ein, zum Beispiel beim Aufräumen oder Putzen. Mit körperlicher Arbeit daheim verbrauchen wir ganz schön Kalorien.

  • Den Wassereimer die Treppe hochtragen, den Küchenboden feucht aufnehmen und dabei schön in die Hocke gehen = 128 Kalorien in 30 Minuten.
  • Fenster putzen, das Rauf und Runter von Stuhl oder Leiter, das Strecken und Wischen mit Fingerspitzengefühl und Kraft = 237 Kalorien
  • Dasselbe gilt für das Putzen von Bad und Küche = 300 Kalorien
  • Betten frisch beziehen, Matratzen anheben, Leintuch abziehen, Decke gut durchschütteln. Wer eine halbe Stunde an der Arbeit ist und nicht schlampt, verbraucht gute 100 Kalorien.
  • Eine halbe Stunde einkaufen und die Tasche erst noch nach Hause tragen, kostet Energie = 320 Kalorien.
  • Auch das Kochen ist nicht ohne! Der Gang in den Keller, zum Kühlschrank und zu den vielen Schränken, das Rühren und Heben von Pfannen verbrauchen 160 Kalorien.

Und, was sagen Sie zu Ihrer Tagesbilanz? Gar nicht mal so schlecht, oder?

4. Ernährung

Gesunder Magen mit Mandeln

Mandeln haben vor Weihnachten Hochkonjunktur. Doch die Mandel ist mehr als nur eine bekömmliche Backzutat. Vegetarier wissen längst, wie wichtig Nüsse, insbesondere Mandeln, für den Stoffwechsel sind. Täglich ein paar ungeschälte Mandeln verzehren, damit unterstützen wir unsere Gesundheit. Mandeln schützen erwiesenermassen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, hohem Cholesterinspiegel und führen möglicherweise zu einer Verbesserung der Knochendichte (schützt vor Osteoporose). Der Grund: Mandeln enthalten hochwertiges Eiweiss, sind reich an Nähr- und Vitalstoffen, decken den Proteinbedarf und sättigen, ohne dick zu machen. Und dies alles, obwohl Mandeln sehr fetthaltig sind; aber sie bestehen, ähnlich wie die Oliven, aus einfachen, ungesättigten Fettsäuren. Zu Unrecht verzichten Menschen mit Gewichtsproblemen auf Mandeln. Studien zeigen, dass der Verzehr von Mandeln nicht dick macht, sondern hilft, das Wunschgewicht zu halten.

5. Kräuter

Kräuter, eine Wohltat für den Magen

„Für eine Tasse Tee nimmt man gewöhnlich so viel, als man mit drei Fingerspitzen fassen kann, oder, in Gramm ausgewogen, neun Gramm; sollen mehrere Sorten miteinander gemischt werden, so reichen zu einer Tasse Tee, welche z.B. aus Absud von Wacholderbeeren, Wermut und Zinnkraut besteht, acht bis zehn Stück gestossene Wacholderbeeren, zwei Gramm Wermut und drei Gramm Zinnkraut. Vom Wermut darf niemals viel genommen werden, weil der Tee sonst zu bitter wird. Diese Mischung ist gut für den kranken Magen, und auch für Leberleidende ist er sehr zu empfehlen.“

Sebastian Kneipp/aus „Mein Testament“, 1894

Mehr Kneipp-Gesundheits-Tipps in der aktuellen Ausgabe des Magazins, April_Mai 2020