Monats Tipps

5 Tipps aus den 5 Säulen von Sebastian Kneipp

Kneippen im Advent

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Lebensordnung
Atemübung, um wach zu werden

Fällt es Ihnen schwer, in der dunklen Jahreszeit aus dem Bett zu kommen und werden Sie selbst beim zweiten Kaffee nicht wirklich wach? Folgende Atemübung belebt den Körper vom Kopf bis zu den Füssen und macht frisch und lebendig. 1 bis 2 Minuten Zeit braucht es dafür – und der Tag beginnt damit beschwingt und leicht.

Und so geht’s: Der Trick ist einfach und sehr wirkungsvoll. Durch das sanfte Abfedern des Körpers über die Füsse wird der gesamte Körper bis zum Kopf belebt und der Atem angeregt.
1. In lockerer Haltung auf dem Boden stehen, die Füsse parallel, hüftbreit, die Knie leicht gebeugt. Nun aus den Fussgelenken heraus sanft federn. Sofort werden alle Gelenke und Muskeln
erreicht.
2. Nun die Fersen vom Boden anheben.
3. Beim Senken der Fersen wird der Boden sanft berührt. Beim rhythmischen Auf und Ab kommt und geht der Atem.

Wasser
Das aufsteigende Fussbad – wohlig angenehm

Wer nach einem langen Winterspaziergang durchfroren heimkommt, wird auf dieses Wärmegefühl nie mehr verzichten wollen. Das ansteigende Fussbad durchwärmt und stärkt und ist ein gutes
Mittel gegen beginnende Erkältungskrankheiten wie Niesen, Schnupfen, Frösteln etc.

Und so geht’s: Der Oberkörper muss warm angezogen sein. Das Fussbecken steht in der Dusche oder der Badewanne. Nun einen Stuhl in die Dusche stellen oder sich an den Badewannenrand setzen. Wem dies zu unbequem ist, der macht ein herkömmliches Fussbad im Becken und stellt einen Thermoskrug, gefüllt mit heissem Wasser, daneben. Die Füsse ins Becken stellen. Das Wasser reicht bis zur Wadenmitte und ist lauwarm, ca. 35 Grad. Nun innerhalb von 12 bis 15 Minuten heisses Wasser zugeben und die Temperatur bis ca. 42 Grad steigen lassen. Auf der Endtemperatur einige Minuten verweilen. Abtrocknen und ins warme Bett steigen. Wer es aushält, kann gerne bis 30 Minuten lang gut zugedeckt liegen bleiben. Dazu trinkt man am besten einen schweisstreibenden Tee wie Holunder- oder Lindenblüten. Tipp: Geben Sie ins Fussbad etwas Eucalyptus- oder Fichtenöl bzw. -salz.

Ernährung
Erdnüssli – diese Nuss hat es in sich!

Eigentlich sind die berühmten Erdnüssli ein Gemüse. Sie gehört zu den Hülsenfrüchten wie Bohnen und Erbsen und wurden von spanischen Seefahrern nach Europa gebracht. Deshalb heissen sie in der Umgangssprache auch «Spanische Nüssli». Die Erdnuss ist die weltweit am meisten konsumierte Nuss, weil sie in ihrer Urform so gesund und ausgewogen ist. In ihr steckt ausserordentlich viel und hochwertiges Eiweiss, das alle acht lebensnotwendigen Aminosäuren enthält. Erdnüsse sind zudem absolut cholesterinfrei und haben mit 25 % Eiweissgehalt einen hohen Nährwert. Zudem gehören sie zu den magnesiumreichsten pflanzlichen Nahrungsmitteln. Auch Linienbewusste dürfen mit ruhigem Gewissen zugreifen: Erdnüsse sind keine Dickmacher. Speziell bei vegetarischer Ernährung leistet diese Nuss einen wertvollen Beitrag. Erdnüsse sind zudem reich an Tryptophan, das eine beruhigende Wirkung hat und für einen erholsamen und ruhigen Schlaf sorgt. Darum: greifen Sie zu, geniessen Sie Erdnüsse geröstet, in Kuchen, Muffins oder auch in Suppen oder Saucen. Vorsicht ist einzig bei gesalzenen Erdnüssen geboten. Der Salzgehalt ist in der Regel viel zu hoch und deshalb schädlich.

Kräuter
Adventszeit – Was hilft beim Verdauen?

Kaum eine Zeit verlockt mehr zum Essen und Naschen als die Advents- und Weihnachtszeit. Da kann es schon mal vorkommen, dass sich ein unangenehmes Völlegefühl breitmacht. Was tun?
Oft wird dann ein so genannter «Verteiler» angeboten. Zum Beispiel ein Schnaps. Doch Alkohol hilft entgegen landläufiger Meinung nicht, den Verdauungsvorgang zu beschleunigen, sondern im Gegenteil zu verzögern. Was wirklich helfen kann, sind Bitterstoffe wie Engelwurz, Enzian oder Koriander. Auch ein Espresso kann helfen, er stimuliert die Darmmuskulatur, aber nur wenn der Kaffee schwarz getrunken wird. Ebenso hilft der gute, altbekannte Fencheltee. Er enthält ätherische Öle, die gegen Blähungen und Bauchkrämpfe helfen.

Bewegung
So werden nicht nur die Füsse wieder fit!

«Takt ist die Fähigkeit,
dem anderen auf die Beine zu helfen,
ohne ihm dabei auf die Füsse zu treten.»
Curt Goetz

Unsere Füsse sind «Schwerstarbeiter». Sie sind täglich gefordert und zur Winterszeit zu oft in schweren Schuhen eingepackt und «versorgt». Sie danken es aber, wenn man sich ab und zu ganz
bewusst mit ihnen abgibt. Schwache Füsse können Auswirkungen auf Knie, Hüften und Wirbelsäule haben. Gezielte Übungen helfen, das Gleichgewicht zu trainieren und Verletzungen vorzubeugen. Ein paar Übungen für den Alltag – so ganz nebenbei:
1. Im Stehen mit geschlossenen Füssen die Hände in die Hüfte stemmen. Beide Fersen gleichzeitig heben und senken – erst langsam, dann immer schneller. Übung zehnmal wiederholen.
2. Im Kreis einige Schritte auf den Zehenballen laufen, dann einige Schritte auf den Fersen gehen. Regelmässig wechseln.
3. Im Stehen, Sitzen oder Liegen mehrmals täglich bei passender Gelegenheit die Zehen einkrallen und wieder strecken, jeweils fünfmal.

«Der Schuh ist eine Fussverkümmerungsmaschine.»
Sebastian Kneipp

Mehr Kneipp-Gesundheits-Tipps in der aktuellen Ausgabe des Magazins, Dezember 2020 – Januar 2021