Die Kneippkur

Sie beugt vielen Krankheiten vor, hilft bei Störungen, Erschöpfung und in der Rekonvaleszenz nach Krankheit oder Operation.

Das Ziel der Kneippkur besteht darin, mit natürlichen Reizen die Gesundheit wieder herzustellen. Sie wird vom Kneipparzt oder von der Kneippärztin an die gesundheitliche Situation, an das Befinden und Empfinden des einzelnen angepasst.

Die Beweggründe für eine Kneippkur sind meist chronische Leiden oder andere gesundheitliche Störungen. In jedem Fall braucht es den Willen des einzelnen Kurgastes, denn er ist die wichtigste Voraussetzung für ein Gelingen. Vorbildlich sind jene, die die eigene Gesundheit verantwortungsbewusst mit einer Kur erhalten wollen. Ein solches Gesundheitsbewusstsein könnte viel gegen die Kostenexplosion im Gesundheitswesen bewirken. Denn ein Kuraufenthalt ist die beste Möglichkeit, um etwas für die Gesundheit zu tun. Hier bietet sich für die echte Genesung in einer ruhigen, erholsamen Umgebung eine natürliche, aufbauende Therapie mit allen fünf Kneipp-Prinzipien – Lebensordnung, Ernährung, Bewegung, Wasser-Anwendungen und Heilkräutern – ein ausgezeichnetes und heilendes Konzept.

Dabei hat sich besonders die moderne Hydrotherapie bewährt, eine nach Kneipp wissenschaftlich untermauerte und langzeitig bewährte Methode wie selten in der heutigen Paramedizin. Grundsätzlich werden Gesundheitsstörungen mit einfachen, natürlichen und harmlosen Heilmitteln behandelt. Bei schweren Krankheiten ist aber ein Zusammenwirken der Kneipptherapie mit schulmedizinischen Methoden nötig und sinnvoll.

Der Kurablauf
Nach der ärztlichen Verordnung wird mit einzelnen gezielten Wasser-Anwendungen – neben den wichtigen Ruhephasen in der Nacht und nach dem Mittag – der Tages-Biorhythmus zu einer sinnvollen Ordnung angeregt sowie weitere Physiotherapien und eine allfällige Diät durchgeführt. Die Ernährung bildet in der Kneippkur einen wichtigen Teil. Der Gast lernt im Kurbetrieb eine einfache, naturbelassene und aus- gewogene Ernährung kennen. Im Bereich der Lebensordnung bieten sich dem Kurgast verschiedene Hilfsmethoden an, vor allem zum Stressabbau. Dazu gehören z.B. das Yoga, die Atemgymnastik, das Autogene Training. Diese Techniken fördern die Entspannung und lockern durch Körperübungen den ganzen Bewegungsapparat.

Tagesablauf einer Kneippkur als Beispiel:
11 Uhr 12 Uhr 15 Uhr 18 Uhr 21 Uhr Entspannung mit Atemgymnastik.
Mittagessen, anschliessend Mittagsruhe.
Wechselknieguss je nach ärztlicher Verordnung.
Anschliessend Wanderung von einer Stunde.
Abendessen.
Wassertreten und anschliessend 6 Uhr 8 Uhr 9 Uhr
Frühanwendung: z.B. ein Heublumensack für das Kreuz, Lendenwickel oder Kneippsche Waschung.
Weitere Bettruhe meist nochmals mit tiefem Schlaf. Frühstück Wechselarmbad oder andere angepasste Anwendung.
Bettruhe. Dr. med. H. R. Gugg, Kneipparzt (Textauszug)