Fastenkur

Blutreinigung, Entwässerung, Entschlackung

Wenn das Schönheitsproblem zum Gesundheitsproblem wird, verlassen Sie sich nicht auf ein aktuelles Patent- oder Wunderrezept. Hier müssen Sie handeln. Kneipp bietet einiges. Gezieltes Kneippen regt die Ausscheidung der Schlacken an und unterstützt die Fastentage sinnvoll. Die Fastenkur eignet sich nur für Gesunde oder nach Absprache mit dem Arzt.

Die Fastenkur ist die beste Gesundheitsvorsorge und bei Übergewicht und bei vielen funktionellen Störungen ein Gesundbrunnen für Körper, Geist und Seele. Wir nennen Ihnen ein paar geeignete Vorschläge, aus denen sich die persönliche, dem eigenen Befinden, den Bedürfnissen und Zielen angepasste Entschlackungs- und Regenerationskur für drei bis sieben Tage, bei gutem Wohlbefinden auch länger, zusammenstellen lässt.

«Wie hart geht es oft dem armen Magen! Er muss allen möglichen Plunder und ganze Fuder von Kost in sich aufnehmen. Könnte er reden, wie oft würde er uns unsere Unvernunft vorhalten.» Sebastian Kneipp

Morgens früh zwischen fünf und sechs Uhr reagiert der Körper am besten auf den wärmestauenden Lendenwickel. Er fördert wirksam die Stoffwechselfunktionen, löst Schlackenstoffe und leitet sie aus. Die kalte Waschung vom Bett aus und wieder in das warme Bett zurück ist zur Abwechslung ebenfalls eine zweckdienliche Massnahme. Diese Anwendungen wirken auch positiv und ausgleichend auf eventuelle Stimmungsschwankungen.

Morgens belebt das Trockenbürsten, das Taulaufen, das kalte Fussbad oder das Wassertreten mit anschliessender Bewegung den Kreislauf. Das Bürstenbad mit Rosmarinzusatz wirkt anregend und durch- wärmt bei Frösteln.

Mittags oder zwischendurch unterstützt die heisse Leberauflage die Leber in ihrer Funktion. Weitere Anwendungen, die Sie gezielt in Ihre Fastentage einbauen können, sind das Luft- und Sonnenbad sowie gelegentliche Sauna, falls Sie daran gewöhnt sind.

Abends schlafen Sie nach dem Wassertreten, dem kalten Fussbad oder Knieguss gut ein, bei Frösteln nehmen Sie ein warmes Fuss- oder Dreiviertelbad. Viel trinken, zwei bis drei Liter täglich: (Mineral-)Wasser, Tee und dazu ein paar Vorschläge:

Die Fastenkur kann auch individuell mit spezifisch wirksamen Heilkräutern ergänzt werden, so z.B. bei Ödemen mit nierenanregenden Tees, bei Übergewicht mit stoffwechselanregenden Tees.

Am Morgen einen leicht anregenden Rosmarin-, grünen Hafer- oder Grüntee mit Weissdorn. Eventuell Frühstückstee mit etwas Honig süssen. Bei leichteren Unpässlichkeiten wie Schwindel oder Kopfschmerzen in den ersten zwei bis drei Fastentagen nehmen Sie morgens zur Kreislaufbelebung einen Teelöffel Honig.

Tagsüber z.B. Matetee, Verveinetee oder einen anderen bekömmlichen Kräutertee.

Am Mittag einen stoffwechselanregenden Tee mit Pfefferminze.

Am Abend einen Beruhigungstee mit Gold- oder Zitronenmelisse, Orangenblüten und Hafer.

Der Fasteneinstieg fällt am leichtesten und ist schonend, wenn der Körper ein paar Tage vorher mit reduzierter und vegetarischer Kost auf die Kur eingestimmt wird, und wenn man am Tag vor Beginn mit einem Vollreis- und Apfeltag und abends mit einem mild abführenden Kräutertee die Fastenkur einleitet. Bei falschen Ernährungsgewohnheiten ist oft zusätzlich eine gründliche Darmentleerung nötig z. B. durch einen Einlauf mit lauwarmem Wasser, dünnem Kamillentee oder stark verdünntem Mokosan.

Zwischendurch eventuell etwas Molke, Buttermilch oder verdünnten Sauerkrautsaft trinken.

Zum Frühstück verdünnten Frucht- oder Beerensaft, z.B. von der schwarzen Holunderbeere oder Ananas.

Am Mittag heisse, salzarme Gemüsebouillon.

Am Abend verdünnten Gemüsesaft, z.B. Tomaten, Rüebli. 
Nach dem Fasten ist ein sanfter Ernährungsaufbau wichtig, z.B. mit Rüebli- oder Getreideschleimsuppe, Quark und Pellkartoffeln, allmählich leichte, salzarme und vegetarische Kneippkost. Die Fastenkur ist aber nur dann sinnvoll und auf Langzeit erfolgreich, wenn Sie nach dem Fasten Ihre Ernährung umstellen auf Kneippkost. Beginnen Sie nach den Fastenaufbautagen mit salzarmer oder salzfreier und vegetari- scher Kneipp- und viel Rohkost. Würzen Sie mit Kräutern, süssen Sie mit Rosinen oder Honig. Mit Kneippkost pendelt sich Ihr Idealgewicht ein und hält sich für immer.

Bei Rückfällen schalten Sie Entlastungstage ein, wenn nötig regelmässig wöchentlich oder einmal im Monat.

Molketag Versuchen Sie es mit einem oder zwei bis drei Molketagen. Am besten eignet sich die Frischmolke. Ein guter Ersatz dafür ist auch das Molkepulver mit oder ohne Fruchtgeschmack zum Anrühren mit Wasser. Auf den Tag verteilt trinken Sie einen Liter Molke langsam und schluckweise. Morgens, mittags und abends zwei und im Verlauf des Vor- und Nachmittags je zweimal ein Deziliter, zwischendurch (Mineral-)Wasser. Molke ist ein ideales Heil- und Fastengetränk, ist fettarm und basenüberschüssig und enthält nebst hochwertigen Proteinen und Milchzucker auch zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe.

Vollreistag Der Vollreistag entlastet Herz und Kreislauf und wirkt entschlackend, entwässernd, senkt den Blutdruck: über den Tag verteilt vier bis fünf mal eine Portion gekochten Vollreis essen (ohne Salz), zwischendurch Tee und verdünnten Fruchtsaft trinken. 

Apfel- oder Fruchttag Der Apfeltag entlastet Herz- und Kreislaufsystem. Dabei essen Sie auf den Tag verteilt etwa ein Kilo Äpfel oder andere Früchte der Saison wie Erdbeeren, Trauben, Ananas, Kirschen.

Kartoffeltag Dabei essen Sie auf den Tag verteilt etwa ein Kilo Pellkartoffeln in der Schale ohne Salz. Der Kartoffeltag wirkt stark entwässernd. Grossen Erfolg erzielen Sie, wenn Sie ihn auf zwei bis drei Tage ausdehnen.

Atemübungen, regelmässiges, angepasstes Ausdauertraining: Gymnastik, Bewegung, Wandern an frischer Luft. Positive Lebenseinstellung, schöne Musik, Tanz. Lassen Sie auch die Seele von Ihrem Leichtigkeitsgefühl profitieren.