Gicht

Stoffwechselkrankheit

Störung des Harnsäurestoffwechsels – erblich bedingt oder durch falsche Ernährung und damit verbundener ständiger Übersäuerung bzw. überhöhtem Harnsäurespiegel im Blut. Begleiterscheinungen sind oft Übergewicht, Bluthochdruck.

Hier sind vor allem stoffwechselanregende, entgiftende und schmerzlindernde Kneipp-Anwendungen gefragt.

Bei akuten Gichtbeschwerden, einem plötzlichen und intensiven Schmerz, ist das Gelenk geschwollen und heiss. Hier wirkt die lauwarme oder kalte Auflage auf die schmerzende Stelle entzündungshemmend und schmerzdämpfend, so z.B. der lauwarme Heublumensack, ebenso die Lehm-, Kohl- oder Quarkauflage. Tragen Sie nach der Anwendung eine kühlende Kräutersalbe auf. Anschliessend das Gelenk hochlagern und Bettruhe.

Bei chronischen Gichtbeschwerden unterstützt das warme Bad oder Teilbad mit Zusatz von Meersalz, Heublumen, Haferstroh oder Wacholder die Stoffwechselfunktionen. Anschliessend mit Farnwurzelextrakt oder Wacholdergeist einreiben.

Kur mit Tee, Frischpflanzensaft oder -extrakt, der die Entwässerung und Stoffwechselfunktion anregt. Kräuter einzeln anwenden oder zwei bis drei mischen: Birke, Zinnkraut, Mariendistel, Tausendguldenkraut, Löwenzahn, Pfefferminze, Schlüsselblumenblüten, Spierstaude, Karde, Hauhechel, Maisgriffel, Geissfuss oder Schöllkraut (nur in Teemischung) oder Präparat von Teufelskralle.

Pfarrer Sebastian Kneipp schreibt: «Wer Anlagen hat zur Gicht und zum Rheuma oder schon an diesen Gebrechen leidet, trinke längere Zeit hindurch ein bis zwei Tassen Schlüsselblumentee. Die heftigen Schmerzen werden sich lösen und allmählich verschwinden.»

Weitere Empfehlungen: Saftkur mit Sellerie, Meerrettich (in sehr kleinen Dosen), Wacholder (nur bei gesunder Nierenfunktion), Birke. Saftkur mit Kartoffelsaft, Kabissaft (Kohlsaft) und Rüeblisaft. Meeralgen- oder Wacholdertabletten.

Kalium- und basenreiche, fleischlose, salz- und eiweissarme Kneippkost, wenig Kohlenhydrate. Übergewicht normalisieren mit reduzierter Kneippkost. Planen Sie in Ihren Speiseplan gesäuerte (L+) Milchprodukte wie Quark, Joghurt und Molke mit ein, sowie Beerenfrüchte oder Beerensaft von Erdbeeren, roten und schwarzen Johannisbeeren. Viel Rohkost und Salate, angemacht mit kaltgepresstem Sesamöl und naturreinem Apfelessig oder Molkosan. Unbedingt meiden: Wurstwaren, Konservenfleisch, Fleischsuppe, Weisszucker, Weissmehl, denaturierte oder raffinierte Lebensmittel mit konservierenden Zusätzen.

Regelmässig leistungsangepasste Gymnastik, Alkohol und alkoholhaltige Getränke sind verboten, Nikotin meiden.