Leberbeschwerden

Arzt konsultieren! Fettes Essen, Alkohol und Umweltgifte belasten die Leber, das wichtigste Entgiftungsorgan. Die Leber spielt eine zentrale Rolle im Stoffwechsel. Ausserdem leistet sie tägliche Schwerarbeit: Kohlenhydrate als Glykogen zur Energiebereitstellung speichern, körpereigenes Eiweiss aufbauen, Harnstoffe zur Niere schicken, Medikamente, Gifte, Alkohol filtern und in eine aussscheidungsfähige Form bringen, Blut speichern, Fibrinogen erzeugen und zur Wundbehandlung speichern, Gallenflüssigkeit produzieren und vieles mehr. Ist sie in ihrer Arbeit überfor- dert, produziert sie nicht mehr genug Gallensäure, die für die Fettverdauung nötigt ist.

Bei leichteren Beschwerden ist der heisse Heublumensack, noch besser der heisse Schafgarbensack, aufgelegt auf die Lebergegend, eine gute Massnahme. Er durchwärmt und fördert die Durchblutung der Leber und unterstützt sie in ihrer Aufgabe. Die kalte Quarkauflage beruhigt und entspannt, ebenso der wärmestauende Lendenwickel.

Die Kur mit Tee oder Frischpflanzensaft mit bitterstoffreichen Heilpflanzen, einzeln oder zwei bis drei kombiniert, von Artischocke, Löwenzahn, Schafgarbe, Ringelblume, Brennessel, Pfefferminze oder Wurzeln des gelben Enzians unterstützt und fördert die Leber-Gallen-Funktion, den Fett- und Alkoholabbau, regt die Gallenbildung in den Leberzellen und den Gallenfluss an und damit die gesamten Verdauungsvorgänge. Besonders wertvoll ist der Artischockensaft. In der Volksheilkunde wurde die Mariendistel meist als Tee eingesetzt. Der Tee von Tausendguldenkraut ist besonders im Akutfall eine wertvolle Hilfe. Teemischung zum Abwechseln: Kamille, Melisse, Pfefferminze und Thymian.

Leber-Galle-Teemischung von Sebastian Kneipp: Johanniskraut, Odermennig, Rhabarber, Berberitze und Pfefferminze. Oder Bitterklee, Tausendguldenkraut, Wermut und Salbei.

Unbedingt Entlastungstage einschalten mit rohen Karotten oder Rüeblisuppe, Rettichsaft in ganz kleinen Mengen, etwa einen Teelöffel voll. Wenig Quark mit Heidelbeeren oder Heidelbeersaft vermischt, Pellkartoffeln in der Schale genossen, Naturreis, allmählich salzarme Kneippkost. Früchte und Fruchtsäfte bis zur Gesundung meiden. Nahrungsergänzend trinken oder einnehmen: Leinsamen, Molkosan verdünnt mit Wasser, naturbelassenes Weizenkeimöl mit Vitamin E, Hefepräparat mit natürlichem Vitamin B, Propolis, fruchtsäurearme Säfte verdünnt oder in kleinen Dosen von Aprikose, Heidelbeere oder Pfirsich.

Kost im Akutfall, die die Leber günstig beeinflusst: Reis-, Hafer- oder Schleimsuppe, Kartoffelpüree, Quark, Soja-Tofu, Soja- und Mandelmilch, bitterstoffreiche Kräutersalate mit Chicoree, Löwenzahn- und Schafgarbenblättchen. Bei Besserung Reis oder Quark mit Heidelbeeren, Banane, Preiselbeeren oder Apfel und etwas Honig. Bei sehr schwachen, mageren Personen täglich höchstens 30 Gramm Fett in Form frischer Butter oder kaltgeschlagenem Öl.

Verboten sind gehärtete Fette, Fettgebackenes, Süssigkeiten, weisser Zucker, Weissmehlprodukte, Fleisch, Hülsenfrüchte, Meerrettich, Senf, Pfeffer, Sellerie, Sauerkraut.

Bettruhe. Alkohol und Nikotin meiden. Positives Denken.