Nervosität

Nervenschwäche, Neurasthenie, Reizbarkeit

Ursachen sind oft falsche Ernährung, Missbrauch von Genussgiften, zu wenig Schlaf, Bewegungsmangel, Aufregung, Kummer und Sorge, Blutzuckermangel und anderes mehr.

Nervenstärkend wirken die kalten Waschungen, eventuell mit Zusatz von Essig (ein Esslöffel auf ein Liter). Das Luftbad hat eine mild beruhigende Wirkung. Das morgendliche Taulaufen oder Barfusslaufen ist bei kopflastiger Nervosität wir-kungsvoll. Abends beruhigt der Abendspaziergang oder das warme Bad oder Fussbad mit Lavendel, Baldrian, Hopfen oder Melisse. Nervenberuhigend wirkt der Tee mit Baldrian, Hopfen, Schlüsselblumenblüten und Melisse oder der Apfelschalentee oder Johanniskrauttee, mit einem Esslöffel Hafersaft ergänzt und etwas Honig gesüsst. Weitere Heilkräuter zur Teezubereitung oder als Fertigpräparat, die nervenberuhigend und nervenstärkend wirken, sind Verveine, Orangenblüten, Lavendel, Passionsblume, Löwenschwanz, Steinklee, Pestwurz, Ginseng und Taigawurzel.

Der Tee von Pfefferminze wirkt beruhigend, wenn sein Aufguss länger zieht, bis zu zehn Minuten. Reizlose, salz- und eiweissarme Kneippkost, viel Rohkost, Frucht- und Beerensäfte, zum Frühstück Frischkornhafermüesli mit Weizenkeimen, Sonnenblumenkernen, Sesamsamen ganz oder als Paste sowie Orangenblütenhonig und Blütenpollen, getrocknete Bananen oder Malagatrauben. Eventuell nahrungsergänzend Magnesium sowie Nervenaufbaunahrung mit Vitamin B und Eisen einnehmen. Atemübungen, körperliche und seelische Entspannung, leistungsangepasster Sport. Nikotin, Alkohol, Kaffee meiden.

«Kaum irgend ein Umstand kann schäd- licher auf die Gesundheit wirken als die Lebensweise unserer Tage: ein fieberhaftes Hasten und Drängen aller im Kampfe um Erwerb und sichere Existenz. Nicht etwa, dass die Errungenschaften unserer Zeit wieder geopfert werden müssten, aber es muss ein Ausgleich gefunden werden, um die überanstrengten Nerven zu stärken, ihre Kraft zu erhalten; es muss das Gleichgewicht hergestellt werden zwischen Arbeit und Lebensweise und dem Verbrauch der Nervenkraft.» Sebastian Kneipp