Schlafstörungen

Liegen Sie abends oft lange wach, erwachen Sie in der Nacht oder frühzeitig, so beachten Sie Ihr individuelles Schlafbedürfnis, das abhängt von Alter, Temperament, Blutdruck, Tagesaktivität und Klima. Recht oft aber sind seelische Konflikte, Überforderung, Nervosität, körperliche und seelische Reizüberflutung und anderes mehr Ursache für die Schlaflosigkeit.

«Die Schlaflosigkeit, diese aufsässige Verfolgerin Vieler, kann in mancherlei Ursachen ihren Grund haben: in Störungen des Blutumlaufes, in unterdrückter oder mangelhafter Hautthätigkeit (Transpiration), in Gasen, welche Magen und Unterleib quälen, usw.» Sebastian Kneipp

Sorgen Sie für einen guten Schlaf, er ist eine wichtige Erholungszeit und die nötige Regeneration für Körper, Nerven und Seele. Vor allem ist der Schlaf vor Mitternacht der gesündeste Schlaf und wichtig, der Morgenschlaf ist weniger erholsam. Das Heilmittel Wasser eignet sich hier ganz besonders gut, da es auf das vegetative Nervensystem und damit auch auf das Schlafzentrum ganz allgemein einen harmonisierenden Einfluss hat. Die Kneipp-Hydrotherapie bietet eine Reihe beruhigender und schlaffördernder Anwendungen.

Das warme Bad oder Fussbad mit Lavendel, Melisse, Baldrian oder Hopfen beruhigt und entspannt nachhaltig bei Nervosität und Schlafstörungen und eignet sich deshalb ideal als Abendbad. Herrlich einschlaffördernd wirkt das Wassertreten, das kalte Fussbad, der Knieguss, die Unterkörperwaschung oder die Bauchwaschung. Bedingung ist aber, dass Sie sofort nach der Anwendung ins Bett gehen.

Bei Durchschlafstörungen, wenn Sie nachts oder frühzeitig aufwachen, machen Sie eine rasche Kaltanwendung: eine kalte Unterkörper- oder Bauchwaschung, den Knieguss oder ein kaltes Halbbad. Gehen Sie danach sofort wieder zurück ins warme Bett.

«Niemandem rathe ich, zu künstlichen, betäubenden Schlafmitteln zu greifen. Sie gelten mir, um es mit einem Worte zu sagen, als unnatürlich, und was unnatürlich ist, kann der Natur niemals förderlich sein.» Sebastian Kneipp

Beruhigende Abendtees zum Abwechseln mit etwas (Orangenblüten-)Honig süssen und eventuell einen Esslöffel Hafersaft dazugeben:

Tee von Orangenblüten, Goldmelisse oder Zitronenmelisse, Tee von Melisse und Malvenblüten, Tee von Johanniskraut, Verveine, Apfelschalen oder Steinklee, Tee von Hopfen, Lavendel, Johanniskraut und Erika, Tee von Orangenblüten-, Malven-, Taubnesselblüten und Hopfen, Tee von Baldrian, Hopfen, Zitronenmelisse und Orangenblüten, Tee oder mit Wasser verdünnter Frischpflanzensaft von Baldrian und Weissdorn.

Baldrian entspannt Herz und Nerven und dämpft die Erregbarkeit des Gehirns. Die Zitronenmelisse beruhigt und schützt das Kleinhirn gegen Umwelteinflüsse. Die Passionsblume gilt als sanfter «Schlaferreger».

Beliebt ist auch das beruhigende Kräuter- kissen, gefüllt mit einer Kräutermischung oder Lavendelblüten. Über die Atmungsorgane werden die angenehmen Duft- und Aromastoffe aufgenommen. Diese beruhigen und erleichtern das Einschlafen und lassen schön träumen.

Kneippkost, Verstopfung vermeiden, wenn nötig Verdauung mit natürlichen Verdauungshilfen (siehe dort) unterstützen. Abends nur leicht verdauliche, eiweissarme und nicht zu späte Mahlzeiten. Verzichten Sie abends auf Kaffee, Cola, schwarzen und grünen Tee und Alkohol. Trinken Sie stattdessen ein Glas voll warme Milch mit etwas Lavendel- oder Orangen- blütenhonig. Bei Nervosität nehmen Sie nahrungsergänzend ein natürliches Aufbaumittel mit Hefe (Vitamin B).

Beherzigen Sie obige Empfehlungen der anderen Säulen. Lassen Sie zum Tagesausklang eine ruhige Feierabend-Einstimmung aufkommen mit Spiel, Plaudern, Musizieren oder Musikhören, Lesen leichter Lektüre, Entspannungsübungen oder -Massage. Auch der Abendspazierung, d.h. etwa eine halbe Stunde zügig gehen, beruhigt und entspannt.

Achten Sie beim Zubettgehen auf warme Füsse. Verlassen Sie sich nicht auf das Ge- fühl, tasten Sie mit den Händen, denn kalte Füsse behindern das Einschlafen sehr. Nehmen Sie dann ein warmes Fussbad mit Lavendel oder Hopfen. Wichtig ist auch eine gute Schlafumgebung, ruhiges Zimmer, passendes Bett und Zubehör wie Matratze, Bettdecke aus Wolle oder Seide, Zimmertemperatur 16–18 Grad, gut durchlüftetes Zimmer.

Sollte sich der Schlaf nicht sofort einstellen, regen Sie sich nicht auf, denken Sie an etwas Schönes oder beten Sie. Vor allem, versuchen Sie nicht, den Schlaf zu erzwingen. Damit erreichen Sie das Gegenteil. Versuchen Sie, wach zu bleiben, löschen Sie das Licht, halten Sie die Augen offen und zählen Sie Schäfchen – wieviel Tausend sind es?

Oder, vielleicht sind Sie abends zu wenig müde. Gehen Sie dann erst ins Bett, wenn Sie müde sind und stehen Sie morgens rechtzeitig auf. Verzichten Sie auf den Mittagsschlaf und überprüfen Sie, ob Sie Ihren Körper in der Bewegungstherapie zu sehr einschränken. Dann geben Sie ihm so oft wie möglich genügend Freiraum für Bewegung an der frischen Luft.