Krampfadern

Venöse Stauungen

Die Neigung zu Krampfadern kann durch angeborene Bindegewebsschwäche, Bewegungsmangel, falsche Ernährung, langes Sitzen oder Stehen, Rauchen, Einnahme der Pille usw. bedingt sein. Die Venenklappen, die normalerweise für den Einbahn-Rücktransport des venösen Blutes zum Herzen sorgen, funktionieren nicht mehr optimal als Hemmschwelle. So kann das Blut zurückfliessen und sich in den Venen stauen, was nach aussen als Krampfader sichtbar wird. Meist bringt die systematische Pflege des Venensystems Erfolg. Nur in sehr schweren Fällen ist eine operative Entfernung der Krampfadern nötig.

Hier hilft nur die regelmässige Venenpflege mit zirkulationsanregenden Kneipp-Anwendungen wie das Wassertreten, das kalte Fussbad, das Taulaufen, die kalte Unterkörperwaschung, das Trockenbürsten (nicht über Krampfadern oder rote Äderchen bürsten), die Therapie mit dem kalten Knie- oder Schenkelguss. Wenden Sie jeden Tag eine andere Anwendung an.

Die kalte Auflage mit Lehm (eventuell anrühren mit erkaltetem Absud von Schafgarbe oder Zinnkraut), Quark oder Kohlblatt wirkt angenehm kühlend, entzündungs- und schmerzlindernd. Das gelegentliche Auftragen von Gel oder Salbe von Rosskastanien, Arnika, Mäusedorn, Wallwurz oder Ringelblumen oder das Einölen mit Johannisöl tonisiert die Venen. Als wärmeentziehende und beruhigende Anwendung haben sich die nassen Socken oder der Wadenwickel mit Arnika- oder Essigzusatz (ein Esslöffel auf ein Liter Wasser) bewährt. Belebend und durchblutungs- fördernd wirkt das nicht zu warme (nicht über 36 Grad) Fussbad mit Rosskastanienzusatz.

Kur mit Kräutertee, Frischpflanzensaft oder Präparat mit Rosskastanie, Hamamelis, Arnika und Steinklee oder Johanniskraut und Schafgarbe. Die Rosskastanie in Form von Tropfen oder Tabletten wirkt auch bei Venenschwäche, vermindert die Kapillardurchlässigkeit und -brüchigkeit und dichtet bereits entstandene Verletzungen der Venenwände ab.

Salzarme, faserstoffreiche Kneippkost, viel frisches Obst und Gemüse, Salatsauce zubereiten mit kaltgepresstem Sesamöl und Apfelessig, ernährungsergänzend ein Kalziumpräparat einnehmen. Sorgen Sie für regelmässigen Stuhlgang und, wenn nötig, für Normalisierung des Körpergewichtes.

Laufen Sie so oft wie möglich barfuss, gezielte Gymnastik, viel Bewegung wie Wandern, Schwimmen, Radfahren an frischer Luft. Besser ist Laufen oder Liegen als Sitzen und Stehen. Tragen Sie vernünftige, lockere Kleidung und Unterwäsche, bequeme Schuhe ohne hohe Absät- ze. Sebastian Kneipp empfahl Gesundheitssandalen. Diese entlasten die Venen, so dass die Druckwerte ein Drittel niedriger sind als in festen Strassenschuhen. Ungünstig ist langes Stehen, vor allem das Stehen auf kalten Stein- und Zementböden. Abends vor dem Zubettgehen oder in Ruhepausen Beine hochlagern und mit den Händen sanft von unten nach oben streichen. Alkohol, Nikotin und Kaffee eher meiden.